Neuer Mitbewohner: Peter

Ja, wir haben einen neuen Mitbewohner: Peter Sauerteig. Da in den Sauerteig-Anleitungen ständig vom Teig gesprochen wird als sei er ein Lebewesen, hab ich ihn Peter genannt. Peter wohnt jetzt bei uns im Bad, da es dort geschätzte 30° hat, was Peter ganz toll findet.
Gestern Abend um 22 Uhr wurde er geboren und wog bereits 200g (halb Roggenmehl, halb lauwarmes Wasser). Und so sah Peter gestern aus:
Sauerteig Tag 1

Nach 12h wollte er einmal gerührt werden, nach weiteren 12h hatte er Hunger. Er ist recht genügsam und brauchte gerade mal 50g Mehl und 50g Wasser. Irgendwie scheint ihm das Klima gut zu tun, denn er fing schon an zu blubbern, was sonst (denke bei niedrigeren Temperaturen als in unserem Sauna-Bad) erst einen Tag später passiert. Und er fängt schon an zu stinken, die Verhefung scheint also bereits zu starten:

Sauerteig Tag 2

Tag 3, Peter blubbert weiter und stinkt recht ordentlich:
Sauerteig Tag 3
Wieder wird gefüttert, diesmal 100g Mehl und 100m Wasser.

Tag 4, das gleiche Spiel. Allerdings stinkts jetzt nicht mehr ganz so stark und der Geruch von frischem Roggenbrot lässt sich schon erahnen. Peter blubbert weiter vor sich hin:
Sauerteig Tag 4
Sehr spannend ist das nicht, aber ich bin ja froh, dass er sich nicht irgendwie färbt und ich von Neuem starten muss! Auch heute wieder: Füttern mit 100g Mehl und 100ml Wasser.

Nach weiteren 24h gehen ist Peter soweit: Es kann gebacken werden!!!
Einen Teil (bei mir 100g) gebe ich in ein fest verschraubbares Glas, das ich bis zum nächsten Backen in den Kühlschrank stelle. Der Rest wird folgendermaßen weiterverarbeitet:

Roggenmischbrot

600g Sauerteig
250g Roggenmehl
200g Dinkelmehl
150ml lauwarmes Wasser
18g Salz
1/2 TL gemahlener Kümmel
1/2 TL gemahlener Koriander
(10g Hefe, nur beim 1. und 2. Mal, dann reicht der Sauerteig als Triebmittel aus)

Sauerteig Tag 5

Alles zusammen verrühren, wenns arg klebt noch ein bisschen Mehl dazugeben (der Teig klebt angeblich immer wie blöd, also nicht verunsichern lassen) und ca. 30 min in der Schüssel ruhen lassen. Dann auf ein bemehltes Brett geben und „wirken“. So nennt man das spezielle Formen des Teiges, dass er beim Backen später möglichst wenig verläuft. Am besten mal bei youtube anschauen, wie man das machen sollte. Danach wird der Teig zum Gehen in ein Gärkörbchen gelegt, wer wie ich keins hat kann auch eine mit einem Küchenhandtuch ausgelegte Schüssel dazu hernehmen. Diese aus einem ordentlichen Gemisch aus Mehl und Stärke bestreuen (50:50), dann bleibt der pappige Teig nicht daran kleben. Dann muss er wieder gehen bis er gescheit groß geworden ist. In unserem Sauna-Bad war das schon nach 2h der Fall, kann aber auch bis zu 5h dauern!

Roggenbrot vor und nach dem Gehen

Den Ofen schonmal auf 250° (wenns geht noch höher) vorheizen. Dann den Teig vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben, 2x einschneiden und schnell in den Ofen.

Roggenbrot vor dem Backen

Mit einer Blumenspritze ein paar Mal Wasser in den Ofen sprühen, dass drinnen eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht (ist glaub ich um die Kruste knusprig zu machen). Ich hab sicherheitshalber mal noch die Kuchenform um den Laib getan, da ich Angst hatte, dass das Brot sonst zu sehr verlaufen könnte (wäre nicht nötig gewesen, wie ich später gesehen habe). Nach 15min runterschalten auf 200°, nach weiteren 15min auf 180°, dann 40min fertigbacken.

Auf einen Rost geben, mit Wasser einsprühen (dann glänzt das Brot später) und mit einem Handtuch abdecken. Min. 12h ruhen lassen, besser 24h.

fertiges Roggenbrot

Ist es nicht schön geworden, mein erstes Sauerteig-Roggenbrot? Morgen Abend wird es dann angeschnitten, bin schon ganz gespannt ob es auch so gut schmeckt wie es aussieht!!!

Und Peter? Der wohnt jetzt im Kühlschrank und wartet auf die nächste Fütterung…

Nachtrag:
Erste Geschmacksprobe: LECKER! Glaub ich muss bald wieder backen 😉

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